Steckenbleiben
Manchmal bleibt so ein Fahrstuhl einfach stehen. Irgendwo im Nirgendwo. Und dann? Webgeräte? Check. Netz? Check. Twittern. Ruft jemand die Zentrale?
Wir haben uns dann am Mädchenbier bedient und solange den sowieso schon länger angedachten “Argh, Niveau!”-Podcast von und mit erlehmann und artnoveau. Ich und xbg waren eben Zwangsgäste. Zu hören gibt es das ganze Elend hier. Und wenn genug Leute nerven lässt sich der unpraktisch-aber-egal-hauptsache-„offen“-Apostel erlehmann vielleicht auch noch erweichen, das in vernünftig abonnierbarer Form anzubieten.
Gesalzene Schwarze Bohnen
Die asiatische Küche bietet reichlich teuflisches. Vor ein paar Jahren bin ich im Asia-Supermarkt meines Vertrauens über eine Variante davon gestolpert und komme jetzt nicht mehr davon los: Eingelegte schwarze Bohnen.
Schwarze Bohnen sind fermentierte Sojabohnen; in jedem ordentlichen Asia-Markt kann man sie trocken kaufen. Gelegentlich gibt es auch fertige Saucen auf Basis von schwarzen Bohnen. Relativ schwer zu finden ist meine bevorzugte Variante: Mit Chili in Öl eingelegt. Das ganze ist dann rötlich-braun mit ganzen Bohnen und Chiliflocken drin.
Der Geschmack ist hinterhältig-lecker: Anfangs schmeckt das Zeug salzig-süß und sehr lecker. Das Brennen kommt immer erst hinterher – und lässt sich am besten mit mehr niederkämpfen. Durch die wohl nicht sehr sparsame Verwendung von Glutamat und den (für mich zumindest) guten Geschmack fällt es mir immer ziemlich schwer, damit wieder aufzuhören. Gelegentlich fällt mir auf die Art ein halbes Glas zum Opfer.
Alternativ zum blanken Löffeln eignet sich die Sauce auch als einfacher Brotaufstrich (auf gutes deutsches Graubrot). Achtung: das Öl ist nicht gebunden und läuft weg; eine fleckenfeste Unterlage sollte es schon sein. Weniger brennend scharf wird es, wenn man die Bohnenmasse mit Frischkäse vermengt; ich nehme inzwischen etwa ein halbes 280g-Glas auf eine 200g-Packung Frischkäse, da ist aber schon eine gute Portion Gewöhnung und Schärfetoleranz dabei. Bei derartigen Mengen gilt aber so oder so: es brennt mindestens zweimal.
Und zu guter Letzt kann man damit natürlich alles mögliche würzen, insbesondere asiatisches und asia-artiges Fertigessen. Mittelmäßige Ramen und Gebratene Nudeln werden ohne Weiteres scharf und lecker. Weil ich’s sehr salzig mag schütte ich dann meistens noch kräftig Soja-Sauce dran, das ist aber eigentlich nicht nötig.
Produktinformationen sind leider recht rar; für Tipps dazu bin ich dankbar; die EAN ist 6 921804 700757.
Update: nicht zu verwechseln mit Hot bean sauce, die steht im Regal daneben.
Assoziatives Haushalten
Ich habe Durst. Was hab’ ich denn da? Cola. Oh ja, Cola ist gut, die nehm ich. Neben mir steht noch ein Glas, das kann ich wiederverwenden.
Na, wenn ich das Glas mitnehme dann kann ich auch gleich noch einen Teil von dem ganzen Geschirr mitnehmen, das hier auch noch rumsteht. Okay, gut gestapelt, wenn ich noch einmal gehe hab ich gleich alles weg.
Oh, Geschirrspüler. Geschirr in der Küche rumstehen lassen ist doof, ich mag’s ja auch nicht wenn die Mitbewohner das machen. Räum’ ich das Zeug fix weg. Jetzt ist er fast voll. Aber da passt doch genau der Untersatz von der Kaffeemaschine rein, der so schlecht von Hand abzuwaschen ist und es dringend nötig hat. Spülmaschine anstellen nicht vergessen.
Au weia, in der Kaffeemaschine ist es ja auch ziemlich dreckig. Wisch ich mal aus. Erm, mit einmal auswischen ist es da nicht getan; na gut, lass ich Spülwasser ein, damit ich nicht für jedes mal Lappen ausspülen am Hahn drehen muss. Dann aber auch richtig gründlich, für die entlegenen Ecken muss eine Bürste mit ran. Kann bitte mal jemand eine Kaffeemaschine bauen, die nicht so verwinkelt ist? Ich habe vergessen, das Wasserreservoir mit in die Spülmaschine zu stellen. Egal, da wäre eh kein Platz gewesen. Spülwasser ist sowieso eingelassen, dann kann ich das auch schnell von Hand abwaschen.
Da stehen noch zwei Pfannen mit mehr oder weniger eingebrannten Resten, auch schnell ins Spülwasser stellen, wenn die ein bisschen einweichen geht’s leichter. Oh, doch nicht so schlimm, in Ordnung; wasche ich die auch noch mit ab. Zum Trocknen aufstellen. Dazu das alte, schon getrocknete Zeug wegräumen. Die Stempelkanne zusammenschrauben, brauche ich nicht mehr, es sind wieder Bohnen für den Vollautomaten da. Ein Topf, ab in den Schrank. Schnell auch nochmal unter der Kaffeemaschine durchwischen. Mist, den Dreck nur umverteilt, also drumrum auch.
So, Küche aufgeräumt, hat auch nur eine Dreiviertelstunde gedauert. Da steht noch ein Glas. Warum ist das nicht im Geschirrspüler? Ach so, Cola. Endlich.
Das ist so absurd, und passiert mir aber auch so häufig, das könnte ich mal verbloggen. Gleich, solange ich noch alles zusammen bekomme. Wordpress, Admin, Neuer Artikel. Schreiben. Dabei die hart verdiente Cola trinken. Fertig geschrieben, Glas leer. Ich habe Durst.
So etwas wie eine Kriegserklärung. Vielleicht.
Google wird ab sofort seine chinesische Suchseite nicht mehr zensieren, weil China offensichtlich organisiert versucht hat, Accounts von Regimegegnern zu hacken. Und Google hat beschlossen, sich das nicht gefallen zu lassen, sondern damit an die Öffentlichkeit zu gehen:
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Bachelorarbeit “Rotating Spacetimes”
Nachdem ich vor einigen Tagen mein Bachelorzeugnis abgeholt habe hier auch nochmal für alle meine Bachelorarbeit.
Thema waren “Rotating Spacetimes”, also eine Literaturzusammenstellung und -fassung zu rotierenden Raumzeiten in der Allgemeinen Relativitätstheorie.
Rotating Spacetimes Bachelorarbeit Im Studiengang Physik
Update: direkter PDF-Download, Signatur
Mein Kopf kommt alleine nicht mehr mit
Frank Schirrmacher kommentiert—aus seiner eher konservativen Perspektive, aber durchaus intelligent—in letzter Zeit immer wieder mal Netz- und Zukunftsthemen.
Bei Spiegel Online schreibt er unter dem Titel Mein Kopf kommt nicht mehr mit über seine Überforderung mit den immer weiter anschwellenden Informationsströmen, die jeden Tag, jede Minute auf uns einprasseln:
Das Verhältnis meines Gehirns zur Informationsflut ist das der permanenten würdelosen Herabstufung. Ich spüre, dass mein biologisches Endgerät im Kopf nur über eingeschränkte Funktionen verfügt und in seiner Konfusion beginnt, eine Menge falscher Dinge zu lernen.
[…]
Mir scheint, dass viele Leute gerade merken, welchen Preis wir zahlen. Buchstäblich. Ich bin unkonzentriert, vergesslich, und mein Hirn gibt jeder Ablenkung nach. Ich lebe ständig mit dem Gefühl, eine Information zu versäumen oder zu vergessen. Und das Schlimmste: Ich weiß noch nicht einmal, ob das, was ich weiß, wichtig ist oder das, was ich vergessen habe, unwichtig.
Kurzum: Ich werde aufgefressen.
Später in dem Artikel kommt Schirrmacher zu den Hilfen und Algorithmen, die uns helfen sollen diese Flut zu bewältigen—und hat Angst vor ihrer Macht.
Für mich sieht die Sache ein bisschen anders aus: die Programme und Mechanismen, über die diese Informationsflut gefiltert, sortiert, nach (vermutlicher) Relevanz unterteilt und mir präsentiert werden sind es, die meinen Rechner und mein Telefon zur Erweiterung meines Gehirns werden lassen, ein zarter Anfang des in Charles Stross’ Accelerando porträtierten Exocortex.
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For the moment the Earth is where we make our stand
Consider again that dot. That’s here. That’s home. That’s us.
On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was lived out their lives.
The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every “supreme leader”, every “superstar,” every saint and sinner in the history of our species lived there—on a mote of dust suspended in a sunbeam.
The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds.
Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot.
Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light. Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity, in all this vastness, there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves.Like it or not, for the moment the Earth is where we make our stand.
Nach dem Knick fünf großartige Videos zur Pale Blue Dot-Rede von Carl Sagan:
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A Glorious Dawn Awaits
Wegen akuter Großartigkeit hat das einen eigenen Post verdient: Carl Sagan’s Cosmos in einem albernen, pathetischen, wundervollen Remix.
A still more glorious dawn awaits
not a sunrise, but a galaxy rise
a morning filled with 400 billion suns
the rising of the Milky Way
Carl Sagan – ‘A Glorious Dawn’ ft Stephen Hawking
(via @moeffju)
Update: es gibt eine Seite zum Song mit Video- und Audio-Downloads (danke Rollo für den Hinweis)
Umgezogen (virtuell)
Ich habe diese Seite auf einen neuen Server bei einem anderen Hoster umgezogen. Sollten Probleme auftauchen freue ich mich wenn ihr mir kurz Bescheid gebt.
Bei Gelegenheit schreibe ich mal länger was zu meinen Erfahrungen auf, bis dahin paste ich hier fix die Mail rein, die ich an den Support meines alten Hosters geschrieben habe:
Liebes all-inkl-Team,
vielen Dank für den Hinweis.*
Zu meinem Weggang möchte ich noch ein bisschen Feedback geben:
Ich war seit mehr als zwei Jahren Kunde von all-inkl.com, und war in
dieser Zeit immer sehr mit Ihnen zufrieden. Meine Seite war immer
schnell und gut zu erreichen, an eine Downtime kann ich mich nicht
erinnern. Supportanfragen und -wünsche wurden zu jeder Tages- und
Nachtzeit innerhalb von wenigen Minuten beantwortet und umgesetzt.
Großes Lob dafür!Ich gehe schweren Herzens, weil ich für einige Dinge (IRC, eigener
Jabber-Server etc.) einen kleinen vServer brauche, auf dem ich bis auf
weiteres auch das Webhosting machen werde. Ich werde aber in Zukunft
wie in der Vergangenheit Ihre Dienste herzlichst weiterempfehlen.Mit Dank & freundlichen Grüßen,
Matthias RampkePS: Sollte all-inkl eines Tages kleine, günstige vServer anbieten,
würde ich mich über einen Hinweis sehr freuen!
* Ich hatte, nachdem alle meine Domains innerhalb von wenigen Stunden anstandslos umgezogen worden waren, noch eine Mail vom Support bekommen, dass zu meinem Vertrag jetzt keine Domains mehr gehören, und wo ich klicken muss um ihn zu kündigen. All-Inkl.com geht nicht nur vorbildlich mit Bestandkunden um, sondern ist selbst beim Wegzug noch freundlich und hilfsbereit. Das hat mich beeindruckt.
Consider again that dot. That’s here. That’s home. That’s us.
